· Lena Wagner

Nackenkissen richtig benutzen: die fünf häufigsten Fehler

Ein Konturkissen wirkt nur, wenn der Kopf in der Mulde liegt und die Schulter davor bleibt, nicht darauf. Die meisten Enttäuschungen kommen nicht vom Kissen, sondern von einer dieser fünf Gewohnheiten.

Ein geformtes Kissen ist kein Gegenstand, den man einfach auf das Bett legt. Es hat eine Vorder- und eine Rückseite, zwei unterschiedlich hohe Flächen und einen Platz, an den der Kopf gehört. Wer es benutzt wie ein rechteckiges Faserkissen, bekommt ungefähr die Leistung eines rechteckigen Faserkissens — nur fester.

Frau in Seitenlage auf einem Konturkissen, die Schulter liegt vor dem Kissen und nicht darauf

Fehler 1: die Schulter mit aufs Kissen legen

Das ist der häufigste, und er hebt die ganze Konstruktion auf. Wenn die Schulter auf dem Kissen liegt, wird der Kopf mit angehoben — der Abstand, den das Kissen eigentlich füllen soll, verschwindet, und der Kopf wird nach oben gedrückt.

Richtig liegt das Kissen mit seiner Unterkante an der Schulter, nicht darüber. Die Schulter bleibt auf der Matratze, der Wulst des Kissens beginnt genau dort, wo die Schulter aufhört. Bei einem Konturkissen mit seitlichen Aussparungen ist das leicht zu treffen: die Aussparung markiert den Platz.

Fehler 2: die falsche Seite

Ein Kissen mit zwei Höhen hat eine für die Rückenlage und eine für die Seitenlage. Wer es einmal hinlegt und nie umdreht, benutzt sechs Nächte pro Woche die falsche.

PositionSeiteErkennungsmerkmal
SeitenlageDie hoheDurchgehende Fläche, keine Mulde nach oben
RückenlageDie flacheDie mittlere Mulde zeigt nach oben
BauchlageDie flache, Kopf auf einem seitlichen FlügelDer dünnste Teil des Kissens
WechselndDie hohe als StandardSeitenlage überwiegt bei den meisten

Umdrehen dauert zwei Sekunden und ist die einzige „Einstellung", die ein Konturkissen hat. Sie nicht zu benutzen, ist wie einen verstellbaren Stuhl nie zu verstellen.

Fehler 3: den Arm unter das Kissen schieben

Hand unter dem Kissen in der Seitenlage, die Schulter wird dabei nach vorn gezogen

Fast jeder Seitenschläfer tut das. Meist ist es keine Angewohnheit, sondern eine Korrektur: der Arm ersetzt fehlende Zentimeter. Der Preis ist bekannt — die Schulter wird nach vorn gezogen, die Durchblutung leidet, und man wacht mit eingeschlafener Hand auf.

Wenn du auf der hohen Seite liegst und trotzdem den Arm brauchst, ist die Höhe zu gering für deine Schultern. Wenn du ihn nicht mehr brauchst, sobald du umdrehst, war es nur die falsche Seite. Der Prüfpunkt dazu steht in Wie hoch sollte ein Kissen sein?.

Fehler 4: ein zweites Kissen darunter oder darüber

Zwei aufeinandergestapelte Kopfkissen auf einem gemachten Bett

Ein Konturkissen ist auf eine bestimmte Höhe ausgelegt. Ein zweites Kissen darunter verändert genau diese Höhe — und zwar in die Richtung, die man gerade eingestellt hatte. Dazu kommt, dass zwei gestapelte Kissen gegeneinander rutschen: die Höhe ist am Morgen eine andere als beim Einschlafen.

Wenn dir die hohe Seite zu flach vorkommt, ist das eine Information über die Kissenwahl, keine Aufgabe für ein zweites Kissen.

Fehler 5: nach zwei Nächten aufgeben

Der Kommentar, der in den 402 gelesenen Bewertungen zu diesem Modell am häufigsten vorkommt, lautet sinngemäß: „die ersten Nächte war es ungewohnt fest". Und fast immer folgt darauf, dass sich das nach drei bis sieben Nächten gelegt hat.

Der Grund ist mechanisch nachvollziehbar. Viskoelastischer Schaum ist beim Hinlegen fester und wird mit der Körperwärme nachgiebiger — die erste Minute fühlt sich anders an als die zwanzigste. Und der Nacken bekommt einen Halt, den er vorher nicht hatte: Muskulatur, die jahrelang gearbeitet hat, merkt es, wenn sie das nicht mehr muss.

Zwei Wochen sind ein fairer Testzeitraum. Wenn sich danach nichts verändert hat, liegt es vermutlich nicht am Kissen — und dafür gibt es das 30-tägige Rückgaberecht.

Und der Bezug?

Ein handelsüblicher Kissenbezug lässt sich über den Originalbezug ziehen und ändert nichts an der Form, solange er nicht spannt. Ein zu kleiner Bezug hingegen presst die seitlichen Flügel zusammen und macht aus dem Konturkissen ein Rechteck — das ist der einzige Fall, in dem der Bezug die Sache tatsächlich beeinflusst.

Gewaschen wird nur der Bezug, bei 30 °C. Der Schaumkern nie: er würde sich verformen und die Form nicht zurückbekommen. Ausführlich in Memory-Foam-Kissen waschen: was geht und was nicht.

Lena Wagner · Redakteurin — Schlaf und Bettwaren, Nackfein

Lena liest und sortiert die Käuferbewertungen des deutschen Bettwarenmarkts. Die fünf Punkte dieses Artikels stammen aus den 402 gelesenen Bewertungen zu diesem Modell und beschreiben Handhabung, keine gesundheitlichen Wirkungen.

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